König
Wenzel, der Gegenspieler Nepomuks
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Wenzel
wurde am 26. Februar 1361 als Sohn Kaiser Karls IV. in Nürnberg
geboren. Schon mit 15 Jahren wurde er 1376 zum König gewählt und
übernahm 1378 nach dem Tod seines Vaters die Herrschaft.
Wenzel war ein schwacher und wankelmütiger Herrscher, der die
Angelegenheiten seines Volkes nicht regeln konnte. So stand er dem 1378
ausgebrochenen Abendländischen Schisma machtlos gegenüber und konnte
sich nicht entscheiden, auf welcher Seite er stehen sollte. In weiteren
politischen Problemfällen (süddeutscher Städtekrieg von 1388) konnte
er ebenfalls nicht entscheidend eingreifen.
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Im
Jahr 1393 überwarf sich Wenzel mit dem böhmischen Adel und der
dortigen Kirche. Dies geschah vor allem aufgrund der Ermordung des
Prager Generalvikars Johannes von Nepomuk. Im
Jahre 1400 wurde er von den vier rheinischen Kurfürsten als
römisch-deutscher König abgesetzt. Stattdessen wurde Ruprecht von der
Pfalz zu seinem Nachfolger bestimmt. Sein zweites Amt als böhmischer
König führte Wenzel weiter und begünstigte dabei den tschechischen
Reformer Jan Hus und die Hussiten. Unmittelbar nach seinem Tod am 16.
August 1419 auf Schloss Wenzelstein bei Kunratice und Prahy brachen die
Hussitenkriege in Böhmen aus. |